Interkulturelle Erziehung:

 

  1. Begriffe

Kultur=

- Gesamtheit der kollektiven Deutungsmuster einer Lebenswelt

- System von Symbolen

- Wertesystem, Zukunftsplanung

- alle Errungenschaften von sozialen Gemeinschaften

1) Mensch gestaltet die Natur

2) Kultur ist zweckfrei, Zivilisation macht Zusammenleben möglich

3) Symbolbildung

4) Wekzeugkultur: Mittel zur Gestaltung der Umwelt

Sozialkultur: Bräuche Sitten Normen

Symbolkultur: Weltorientierung

      1. Kulturen statt Kultur

      2. Mensch als Geschöpf seiner Kultur

interkulturelle Erziehung=

        • Förderung des Zusammenlebens zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft

        • Interaktion, Austausch, Entgrenzung

        • Interkulturelle Erziehung bezeichnet pädagogische Ansätze, die ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern sollen. Dabei geht es insbesondere darum, im gemeinsamen interkulturellen Lernen einen Umgang mit Fremdheit zu finden.

Multikulturelle Gesellschaft= Als multikulturelle Gesellschaft bezeichnet man eine Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen, Religionen und Ethnien zusammen leben. Durch die kulturellen Unterschiede ergeben sich verschiedene Traditionen, Lebensstile und Vorstellungen von Werten und Ethik.

Niekes Frage:

„Wie kann zu einem verantwortlichen und vernünftigen Umgang der Angehörigen von Mehrheit und Minderheiten in einer Gesellschaft angeleitet werden?“

Ungleichheit der Macht zwischen Mehrheit und Minderheiten

Differenz der Selbst- und Fremddefinitionen

Schwerpunkt auf „Vernunft

Wolfgang Nieke untersucht die Bemühungen um interkulturelle Erziehung und die Bildungsantworten auf die Herausforderungen einer multikulturell gewordenen Gesellschaft, die in Deutschland von vielen noch nicht akzeptiert wird.
Besonders problematisch sind kulturbedingte Wertkonflikte im Alltag, auf deren Bewältigung in Erziehung und Bildung vorbereitet werden muss.

Holzbrecher:
Die Wahrnehmung der Anderen. Dies beinhaltet seine Erklärung zur Entstehung unserer Wahrnehmung von „Anderem“, Annahmen zu Wahrnehmung und Weltbild sowie Konzepte zum Umgang mit Anderen.
Entwicklunsverlauf der Problematik in Deutschland:

  1. Ausländerpädagogik als Nothilfe

- Kinder mit einem Migrationshintergrund haben durch das Fehlen von Deutschkenntnissen Probleme in der Schule

- es wurden zuerst Vorbereitungsklassen eingerichtet → Ausländerpädagogik

  1. Kritik an der Ausländerpädagogik

- durch Förderprogramme Stigmatisierung

- Kennzeichnung als Bedürftige

- pädagogische Probleme anstatt politischer Lösung

  1. Differenzierung von Förderpädagogik und interkultureller Erziehung

- folklorische Aspekte: Tradition, interkulturelle Rituale

- Aspekt des interkulturellen Lebens – kulturelle Erziehung

  1. Erweiterung des Blicks auf ezhnische Minderheiten

- weitere Minderheiten werden mit einbezogen

  1. Interkulturelle Erziehung und Bildung als Bestandteil von Allgemeinbildung

- Schule soll auf Zusammenleben von Angehörigen verschiedener Lebenswelten vorbereiten

  1. Neo- Assilmilationismus

- seit Terroranschlägen zunehmend eine Haltung, die Anpassung und Staatsloyalität von Migranten einfordert

 

¤ Der begegnungsorientierte Ansatz IK Erziehung:

{ Verankern von Toleranz gegenüber den in einer anderen Kultur Lebenden und

Denkenden

{ Akzeptieren von Ethnizität

{ Das Gemeinsame betonen, gegen die Gefahr des Ethnizismus

{ Ermuntern zur Solidarität

  • Zukenntnisnahme der zugewanderten Kulturen

  • gegenseitige kulturelle Bereicherung

 

Der koniktorientierte Ansatz interkultureller Erziehung:

{ Erkennen des eigenen Ethnozentrismus

{ Thematisieren von Rassismus

{ Aufhebung der Wir-Grenze in globaler Verantwortung

{ Umgehen mit der Befremdung

{ Einüben in Formen vernünftiger Koniktbewältigung { Umgang mit Kulturkonikt

und Kulturrelativismus

  • Bekämpfung der Ausländerfeindlichkeit

  • Beseitigung von Vorurteilen

  • Herstellung von Chancengleichheit

 

Entwicklungsschritte des interkulturellen Zusammenlebens nach Nieke:

  1. Erkennen des eigenen, unvermeidlichen Ethnozentrismus

Erkenntnis von Vorurteilen → konfliktorientiert

  1. Umgehen mit Befremdung

Vorurteile → Neugier → Positive Erfahrung mit Fremden – Konfliktorientiert

  1. Grundlegung von Toleranz+

Neugier führt zu Toleranz → begenungsorientiert

  1. Akzeptieren von Ethnizität

Bewertung von Minoritäten auf Gefühlsebene

  1. Thematisieren von Rassismus

Bewusstmachen von Abwertungstendenzen → konfliktorientiert

  1. Das Gemeinsame betonen → begegnungsorientiert

  2. Ermunterung zur Zusammenarbeit zwischen Mehrheiten und Minoritäten → begegnungsorientiert

  3. Einüben von Konfliktbewältigung → konfliktorientiert

  4. Aufmerksam werden auf Möglichkeiten gegenseitiger kultureller Bereicherung → begegnungsorientiert

  5. Thematisierung der WIR- Identität, Teil einer Gemeinschaft → konfliktorientiert

 

Umgang mit kulturell bedingten Unterschieden:

Einsichten und Vorderungen von Nieke:

  • in Konflikten kann man nicht nicht handeln

  • Hintergrundwissen über die betroffenen Kulturen ist erforderlich

  • Alle Beteiligten kommen im Diskurs gleichberechtigt zu Wort

7 Schritte zum vernünftigen Umgang mit kulturbedingten Konflikten:

  1. Den Konflikt von allen Seiten btrachten

  2. Aussagen aller Beteiligten anhören

  3. Alle Betroffenen zu Wort kommen lassen, falls das nicht möglich ist zumindest einen virtuellen Diskus führen

  4. Versuchen die konträren Positionen nachzuvollziehen, ohne eine eigene Meinung mit hineinzubringen

  5. Eine Lösung suchen und begründen

  6. Die Bedeutung von Werten für jeden Einzelnen deutlich werden lassen

  7. Lösungsweg: Prinzip der situativen Geltung von Normen

situative Geltung von Normen: Regeln sind nicht universal anwendbar

 

Holzbrecher

1.Migration war und ist (mehr denn je) Kennzeichen der europäischen Geschichte

2.Wir leben in einer globalisierten Welt

3.Moderne Gesellschaften (und Schulen) sind multikulturell

Fremd und Selbstwahrnehmung:

Stehen für Holzbrecher im Vordergrund

Deutungsmuster:

  1. Fremdheit als Vorraussetzung für Eigenheit

  2. Fremdes als Gegenbild des Eigenen

  3. Fremdes als Ergänzung und als Chance

  4. Fremdheit als Komplementarität

 

Holrbrecher:

fundamentalistisches Weltbild: Fremden gegenüber ablehnend

Kulturrelativistisches Weltbild: nehmen den anderen sensibel wahr

Universalistisches Weltbild: es muss Universalien geben

Holzbrecher: Spannungsfeld zwischen kulturrelativistischem und universalistischen Ansatz

 

Schwer wenn unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen

Vorschlag Holzbrechers: Beispiele von Konflikten im Unterricht sammeln

Schüler sollen die Ebene der Metakommunikation betreten

Interkulturelles Lernen als Lernen am Habitus

Ziel

      • bewusst machen, wie Aneignungsprozesse stattfinden

      • historisch-gesellschaftlichen und soziokulturellen Einflüsse erkennen

      • Wahrnehmungs- Reflexions- und Handlungskompetenzen entwickeln

 

Holzbrecher strebt Pädagogik an, die auf kindzentrierter Pädagogik basiert

drei Konflikte des Jugendlichen

Interkulturelle Erziehung muss zugleich eine Erziehung zum Selbstverstehen sein

 

Institution Schule:

  • Prozesse differenzierter Wahrnehmung, reflektierter Klärung und selbstkritischer Beurteilung

Möglichkeiten:

  • Antirassismus – Training

  • Gewalt- Deeskalations- Training

  • Schulprojekte

  • Öffnung der Schule

  • Kooperation der Schule mit Institutionen die Interkulturalität fördern

  • mediale Projekte

  • Hilfsprojekte

Unterrichtsthemen:

  • Körperbilder

  • Menschenbilder

  • Kommunikationsmuster

  • Jungsein und Altern

  • Umgang mit abweichendem Verhalten

  • Familienformen / Sozialisationsmuster

Sprachliche Bildung!

Heuristisches Modell:

Ausdruck: soziales Handeln

Wahrnehmung: sich selbst und andere bewusst wahrnehmen

Reflexion: ermöglicht eine verstehende Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit

 

Kritik:

Nieke: - eher grundsätzlich und allgemeine

  • eine Orientierung, keine konkreten Pädagogischen Maßnahmen → Aber vielleicht doch konkret genug (Entwicklungsschritte)

  • wichtige Gesichtspunkte für eine interkulturelle Erziehung

  • ausreichend – Umsetzung individuell

Holzbrecher:

  • es wird klar, dass interkulturelle Erziehung wichtiger Besatandteil von Erziehung ist

  • Gegensätze können nicht immer überwunden werden → zu idealistisch

  • Identität von Menschen ist kulturell geprägt

  • zu wenig Unterscheidung zwischen Handeln und reflektieren

  • persönliche Gefühle?