Krappmann

Krappmann führt soziologische Dimension in Deutschland weiter



soziale Identität  Kontinuität des Selbsterlebens in der Auseinandersetzung mit den Anforderrungen verschiedener gesellschaftlicher Einrichtungen (fordert Anpassung)



Balance = Ich–Identität



persönliche Identität  Kontinuität des Selbsterlebens im Verlauf wechselnder biografischer Umstände (fordert Individualität)


Identitätsbildung: Entstehung und Förderung von Identität und Mündigung (mit Bezug auf Krappmanns Identitätskonzept)

 

Das Rollenkonzept des soziologischen Interaktionismus nach Lothar Krappmann

 

  • 1.1 Identitätsbildung im 21. Jahrhundert

 

    • Identität kann sich erstmalig im Jugendalter ausbilden

Ablösen von elterlichen Einflüssen & suchen nach eigenen Orientierungen und Zielen

    • Lösen von starren Orientierungen

    • Fähigkeit des formalen Operierens

 

  • 1.3 Das Rollenkonzept des Interaktionismus

    • keine eindeutigen Rollenerwartungen

→ „Rollenspieler“ kann auf unklare Erwartungen treffen

    • menschliche Identität entwickelt sich über Sprache, Gestik und Mimik

Austausch von Wünschen und Bedürfnissen

    • im Zuge der Entwicklung sind Gleichaltrige wichtig, denn Kinder erwerben so soziale Kompetenzen

sie entwickeln aus sich selbst heraus neue und höhere Fähigkeiten

    • Kinder brauchen Zeit, in der sie unbeaufsichtigt von Erwachsenen sind

    • Voraussetzungen:

      • Rollennormen lassen Platz für Interpretationen

      • die Rollenpartner müssen alle Rollen verdeutlichen, die sie innehaben

      • Konsens (Übereinstimmung von Menschen) über Interpretation von Rollen kann und darf tentativ, vorläufig und kompromisshaft sein

      • Fortgang von Kommunikation nur durch Verzicht auf Befriedigung eigener Bedürfnisse und das Zugestehen der Bedürfnisbefriedigung anderer sichern

    • Menschen sind „Rollenspieler“ und „Rollennehmer“, da ihnen Rollen oft zugeschrieben werden

(Bsp: berufstätige Eltern, evtl. in einem Verein engagiert, Freundeskreis, Hobbys)

die Rollen können nie ganz voneinander getrennt werden

 

    • Erwartungen an das Individuum während einer Interaktion:

      • personal identity → Individuum soll sein wie kein anderer

      • social identity → Individuum soll sich an Normen anpassen

Balance zwischen den Beiden ist die Ich – Identität

wird diese Balance gewährleistet, erhält das Individuum gewisse Handlungsfreiheiten

 

    • Identität: Herstellung eines Gleichgewichts zwischen widersprüchlichen Erwartungen, eigener Bedürfnisse und Anforderungen anderer

      • Identität wird hergestellt aus:

        • Gleichgewicht zwischen widersprüchlichen Rollenerwartungen

        • zwischen Anforderungen anderer und eigenen Bedürfnissen

        • zwischen Bedürfnis, sich als einmalig darzustellen, und der Notwendigkeit, die Anerkennung anderer zu finden

 

    • Anforderungen bei Interaktionen

      • Selbstdarstellung: Individuum muss anderen seine Identität verständlich machen; darf sich selbst aber nicht als völlig einmalig betrachten

      • Interpretation des Gegenübers: Individuum muss eigene Bedürfnisse und Erwartungen zurückstellen, um Selbstdarstellung des Partners herauszubekommen

      • Verhandeln: (Rollen-) Erwartungen kann oder will der Einzelne nicht erfüllen

man muss bei einer gleichberechtigten Kommunikation verhandeln

 

    • Voraussetzungen zur Bewältigung der Anforderungen „identitätsfördernde Fähigkeiten“:

      • Rollendistanz: eigene Rollen und damit verbundene Erwartungen aus Außenperspektive betrachten

      • Ambiguitätstoleranz: konkurrierende Erwartungen aushalten und in die eigene Handlungsstrategie mit einbeziehen

      • Identitätsdarstellung: eigene Identität / Persönlichkeit während Interaktion gegenüber dem anderen darstellen / durchsetzen

      • Empathie bzw. Role – taking: in die Rolle anderer hineinversetzen und ggf. Erwartungen vorwegnehmen

Rollendistanz und Ambiguitätstoleranz sind kognitive Fähigkeiten

Befähigen zur Differenzierung, Kategorisierung und Wahrnehmung von Bedürfnissen

Identitätsdarstellung und Empathie sind soziale Kompetenzen

betreffen das Denken und Fühlen des Menschen

 

    • Störfaktoren bei Identitätsbildung:

      • Belastungen die aus äußeren Existenzbedingungen resultieren (z.B. Armut)

      • zu enge Voraussetzungen für die Unterscheidung von Generations- und Geschlechtsrollen in der Familie

 

    • Ziel der Sozialisation: autonome Mensch, der auch für die Autonomie anderer eintritt

 

  • Kritische pädagogische Würdigung von Krappmanns Identitätskonzept

    • viel Anerkennung für sein Konzept

    • Sozialisation ist ein dynamischer Vorgang

    • setzt eine nicht – totalitäre Gesellschaft voraus

    • vernachlässigt fragwürdige gesellschaftliche Einflüsse auf die Identitätsbildung (z.B. Fernsehen, Internet)