Mead

 

 Zeichen, Gesten & signifikante Symbole

 

  1. Zentrale Gedanken Meads

 

der Mensch erschließt sich seine Welt über

symbolische Bedeutungen

 

Mensch Tier

- verfügt über die Welt - reagiert auf seine

- Bewältigung durch Handeln artsspezifische Umwelt instinktiv

 

 

diesen Gedanken entwickelte Mead im Rahmen einer anthropologischen Theorie der

Kommunikation und versuchte mit dieser die Grundzüge menschlicher Sozialität

freizulegen

 

 

 

 

 

 

  1. These

 

Persönlichkeit & soziales Handeln

 

geprägt durch

 

 

Symbole

 

Prozess der Sozialisation:

  • Symbole werden erworben

 

Prozess der Interaktion:

  • Symbole werden von Handelnden wechselseitig bestätigt oder verändert

 

 

Symbol

 

  1. Definition

 

der Sinn einer Situation oder eines Handlungszusammenhangs

 

 

wird auf einen bestimmten Begriff gebracht

kommt in einem äußeren Zeichen zum Ausdruck

 

  • also: Verwendung eines Symbols = Verweisen auf den Sinn einer Sache

 

 

Symbole stehen für den Sinn jener Dinge oder Objekte, die einen solchen Sinn haben es handelt sich bei ihnen um Teile der Erfahrung, die andere Teile der Erfahrung aufzeigen/repräsentieren, die in der gegebenen Situation nicht direkt vorhanden sind, aber alle in der Situation präsent sind

  • verweisen über eine konkrete Situation hinaus und haben einen allgemeinen Sinn

 

  1. Problematik: Kommunikation

 

  • der Mensch kann Reaktionen verzögern, um sich mehrere Deutungen zu überlegen und zwischen möglichen Reaktionen zu wählen

 

aber: diese Interpretationen können sich widersprechen, denn jeder kann die Situation anders verstehen!

 

 

  1. Lösung mithilfe von signifikanten Symbolen

 

Definition:

 

  • wenn ein Zeichen/symbolische Geste beim anderen Individuum die gleiche Vorstellung über die dahinter liegende Bedeutung hervorruft wie im Erzeuger und somit die gleiche Reaktion auslöst = signifikantes Symbol

 

Beispiel:

 

  • jemand schüttelt seine Faust vor unser Gesicht

  • Erkennung eines Symbols einer Bedeutung in der Erfahrung des ersten

Menschen und ruft diese Bedeutung auch im zweiten

Menschen hervor

 

Übergang zur Sprache:

 

  • die Geste ist nun ein signifikantes Symbol und bezeichnet eine bestimmte Bedeutung

die Geste wird zur Sprache

 

 

 

 

Sprache

 

  1. Entstehung

 

vokale Geste = Ursprung der Sprache

  • bringt einen Zusammenhang durch einen Laut/Wort zum Ausdruck

  • Verwendung einer vokalen Geste = biologisches Individuum verwandelt sich in

einen denkenden Organismus

  • vokale Geste wird wechselseitig gleich verstanden

 

 

wird zum signifikanten Symbol

wechselseitige Verwendung eines signifikanten Symbols zur Verständigung

 

 

Sprache

 

 

b) Definition

  • System, in dem die signifikanten Symbole aufgehoben sind

  • höchstentwickelte Form der Kommunikation

  • hier sind die kollektiven Erfahrungen einer Gesellschaft gespeichert

  • Träger intersubjektiv geteilten Wissens und versorgt die Menschen mit Erklärungen für Situationen

  • Mensch unterscheidet sich vom Tier durch Sprache essenziell

 

 

  1. Denken

  • kann durch signifikante Symbole stattfinden

  • ein nach innen verlegtes Gespräch des Einzelnen mit sich selbst mithilfe solcher Gesten, die signifikante Symbole sind, da sie für alle Mitglieder einer Gesellschaft den gleichen Sinn haben

  • Denken = Verfügung mittels von Sprachsymbolen über Eindrücke, Erfahrungen, Erwartungen

  • Erfahrungen können im Kopf vorgestellt werden, müssen nicht gemacht werden

     

     

    Ego antizipiert die Reaktionen von alter

    zieht diese Reaktionen in ein Kalkül (Berechnung, Überlegung) und revidiert ggf. seine Handlungsabsichtenb

    Ego handelt

     

    Ohne Verschränkung der Perspektiven ist Handeln gar nicht denkbar!

     

    Begründung:

     

    Handelnde interpretieren ihr Handeln wechselseitig und machen durch wechselseitige Rollenübernahme kommunikative Verständigung über Perspektiven und Rollen möglich

    Vorraussetzung für gemeinsames Handeln!

 

  • IDENTITÄT:

    Umweg“ über den Anderen ist die Vorraussetzung für die Gewinnung

der Identität („self“)

menschliche Kommunikation

 

das Individuum wird sich seiner Identität erst

bewusst, wenn es sich mit den Augen der Anderen

sieht.

  • mit der Übernahme der Rolle Anderer sieht sich der Einzelne mit den Augen des anderen

  • diese wechselseitige Übernahme der Rolle Anderer und der daraus sich ergebenden gemeinsamen Handlungen machen die eigentliche menschliche Kommunikation aus

 

Kommunikation

 

r

an Andere

an das Subjekt/ Individuum selbst

ichtet sich

 

 

  • für die Identität ist es notwendig, dass die Person auf sich selbst reagiert

  • außer dem sprachlichen Verhalten muss der Einzelne sich ein Verhalten aneignen, indem er selbst Objekt ist

  • durch den Bezug auf Andere vermag ich eine Vorstellung von mir selbst , Selbstbewusstsein („self-consciousness) zu gewinnen

Individuum macht sich zum Objekt seiner Wahrnehmung –> durch DENKEN


dieses Verhalten schafft dann die Bedingung für ein Verhalten, indem Identität auftritt

 

= Vorraussetzung für eine erfolgreiche Identitätsentwicklung

 

 

 

 

Play und Game

 

Die Entwicklung der Identität lässt sich in zwei soziale Phasen unterscheiden

 

 

Play

 

  • Rollenspiel des Kindes

  • Übernimmt Rollen von wichtigen Bezugspersonen „signifikante Andere“

  • es übernimmt ihre Rollen

  • Kind versetzt sich abwechselnd in die eigene Rolle und die der signifikanten Anderen, verwickelt sie in einen Dialog, spielt sie im Verhältnis zu sich selbst durch, tritt sich selbst gegenüber

  • Durch freies Spiel = das Kind lernt sich auf andere Identitäten einzulassen

  • Bekommt nicht nur ein Gefühl für die anderen, sonder auch ein Gefühl für sich selbst

 

durch Identifizierung mit signifikanten Anderen = Entwicklung einer plausiblen Identität

 

Game – das Erlernen eines verallgemeinerten Anderen

 

  • organisiertes, geregeltes Gruppenspiel

  • keine Orientierung mehr an einer bestimmten, vertrauten Bezugsperson, sondern Koordinierung einer ganzen Reihe von Rollen “der (das) verallgemeinerte/generalisierende Andere“

  • Haltung dieses verallgemeinerten Anderen ist das der ganzen Gesellschaft (Normen und Werte)

  • Kind verfügt über Rollen

 

I und Me

impulsives Ich und reflektiertes Ich

 

Mead: Was sind die Voraussetzungen dafür, dass jedes Individuum unterschiedliche Erfahrungen macht?

Aktive Rolle des Individuum 

(reflektiertes Ich)                                            (impulsives Ich)

  • Wie sehen mich Andere?

  • Setzt sich gegen Zumutungen der Anderen zur Wehr, widerständig + verändernd

  • Perspektive der Identität: Die Seite zugewiesener Identität, also die Vorstellung, die Andere von mir haben und ich für mich als Bild angenommen habe

  • Setzt sein eigenes individuelles Bild zusammen

  • Enthält Normen und Werte

  • Biologische Basis: konstitutioneller Antriebsüberschuss

  • Stellt die Bedeutung der Identität, aus eigener Sicht, in der Gesellschaft dar

  • unbewusst

  • Erfahrungen über sich selbst im Prozess der Rollenübernahme

  • Sinnliche & körperliche Bedürfnisse kommen spontan zum Ausdruck

  • Meine Vorstellung von dem Bild, dass der Andere von mir hat bzw. meine Verinnerlichung seiner Erwartungen an mich

  • Nie vollständig sozialisierbar

  • Vergleichbar mit Freuds „Über-Ich

  • Vergleichbar mit Freuds „ES

  • Permanente soziale Kontrolle des impulsiven Ichs

  • Tendenz zur Aufhebung der sozialen Selbstdisziplinierung des Individuums

  • Reflektierte Ichs vermehren, differenzieren und widersprechen sich, sind ständig in Bewegung

 

 

 

Entwicklung eines reflexiven

Bewusstseins

 

Vielheit der Perspektiven setzt Reflexivität immer aufs Neue in Gang

Reflektierte Ichs müssen zum einheitlichen Selbstbild synthetisiert werden, bei Gelingen: SELF

 

 

 

SELF:

Übersetzung mit dem Wort „Identität“

Spontanes Ich + reflektiertes Ich werden dauerhaft vermittelt

Individuum muss mit beiden Instanzen seiner Persönlichkeit kommunizieren

Bei Gelingen: Gleichgewicht der Spannung zwischen den Instanzen