PISA

 

Bildungswesen: Bildungs- und schultheoretische Perspektive nach PISA

 

1. Entwicklung und Struktur des Bildungswesens

a)Entwicklung seit 1945:

1945-1963: Restauration des gegliederten Schulwesens

1947: Demokratisierungsanspruch der Aliierten an das deutsche Schulwesen: Potzdamer Abkommen: „Erziehungswesen so überwachen, dass narzistische und militaristische Lehren ausgemerzt werden“

1955: Düsseldorfer Abkommen der KMK: Ramen für die 3 Schulformen

  • Es soll der Ramen für 3 vgerschiedene Abschlüsse geschaffen werden – Abkommen zur Vereinheitlichung -Dreierlei Menschen braucht die Maschine

1965-1975: Schulreform und Bildungsexpansion

Wiedereröffnung der Bildungsreformdiskussion:

Kindliche Begabungen wecken

  • Bildungssystem für Gesellschaft wichtig

  • Bildungssystem funktionsunfähig geworden

  • Recht auf Bildung als soziales Grundrecht

  • bisher unterrepräsentierte Gruppen sollen in weiterführende Schulen

1975- Ende 1980er: Strukturelle Stagnation und weitere Expansion

1973: Bildungsgesamtplan der BLK

1982: Gegenseitige Anerkennung von Gesamtschulabschlüssen

  • Aufwertung => Abwertung

  • soziale Ungleichheit

Beginn der 1990er bis jetzt: Moderater Strukturwandel

  • Autonomie, mehr Selbstbestimmung der Schule

  • Vorgaben wurden modernisiert

  • Lernerfolgskontrollen

  • Transparenz

b) Aufbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Funktionen der Institution Schule

Qualifikationsfunktion:

- Die Schule bildet die Menschen für die verschiedenen Aufgabenbereiche der Gesellschaft aus.

Integrationsfunktion:

- Die Schule ist für die Eingliederung der Kinder und Jugendlichen in das politische, ethische, gesellschaftliche und kulturelle Leben zuständig.

Selektionsfunktion:

- soziale Auslese

Personalisation:

- Ausbildung der Persönlichkeit

3. Intentionen verschiedener internationaler Schulleistungsmessungen

PISA

  • begründete Entscheidung zur Verbesserung der nationalen Bildungssysteme

  • Basisqualifikation 15-jähriger erfassen

  • Bildungsberichterstattung

  • größter internationaler Schulvergleichstest

  • Voraussetzung für erfolgreiches Lernen im weiteren Leben ermitteln

PISA-E

  • Vergleich in 16 Bundesländern

  • bundesweite Bildungsstandarts

TIMSS

  • mathematisch-naturwissenschaftlicher Bereich

PIRLS

  • komperative Aussagen über Niveau und Verteilung von Leistungsergebnissen in zentralen schulischen Lernbereichen treffen

4. Ergebnisse internationaler Schulleistungsmessungen

  • Deutschland unterlegen!

  • Deutschland 10% auf niedrigster Kompetenzstufe

  • großer Leistungsabstand

  • kleine Spitzengruppe

  • großer Anteil Risikogruppe

  • -> Deutschland gelingt es nicht schwache Schülerinnen und Schüler zu fördern

  • Bildungsnotstand= wirtschaftlicher Notstand

PISA 2000

Folgerungen:

  • bessere Förderung schwacher Leser

  • Verbesserung von Lern- und Lesestrategien

  • Lesemotivation

PISA 2003:

  • 41 Staaten

  • Mittelwert in Deutschland

  • Spitze: Finnland

PISA-E:

Bayern:

  • gut abgeschnitten

  • wenige mit Migrationshintergrund

  • überdurchschnittliches Bruttoinlandsprodukt

  • wirtschaftlich stark

  • überdurchschnittlich viel Unterricht

  • gut gestellte Elternhäuser

NRW:

  • schlechter abgeschnitten

  • viele Migranten

  • Verschuldungslast

  • große Lerngruppen

  • durchschnittliches Elternhaus

5. Bestimmungsfaktoren individueller Schülerleistungen

Schülerleistung abhängig von:

  • sozialökologisches Umfeld

  • individuelle Eignung /Fähigkeit

  • Unterrichtsqualität

  • Schulausstattung

  • Klassenklima

  • Lehrer

  • Frühförderung

  • Klassengröße

  • Motivation / Lernfreude

  • soziales Umfeld

  • individuelle Förderung

  • Schulform

  • ökologische Faktoren

  • Geschlecht

  • Migrationshintergrund

6. Begründungsfaktoren für Unterschiede

national:

Bayern:

  • Sozialauslese

  • Eltern bestimmen die Förderung

  • Realschule unterwertig

  • wenige Abiturienten

  • Lehrer gut ausgebildet

  • Mädchen besser als Jungen

  • Verkürzung der Schulzeit?

international:

  • Migrationshintergrund

  • keine Chancengleichheit

  • viele Risikoschüler


 

  • problematisches Freizeitverhalten

  • zu wenig Übung im Umgang mit logischen Problemen

  • zu wenig Geld für Unterrichtsmittel

  • zu große Klassengröße

  • Überholte Lehrpläne

  • starke Zunahme des Leistungsdrucks

  • Wochenstundenzahl zu hoch

7.PISA und die Folgen

Bildung:

ICH+WELT, Person und Gesellschaft

Antikes Griechenland: Bildung als Mittel, Menschen für den Staat nützlich zu machen

2 Auffassungen von Bildung

Brauchbarer Bürger

reflektiertes Suchen nach dem "Wahren"

Leistung ist nicht Bildung

Bildungsstandarts= falscher Begriff

Bildung ist auch Selbstreflexion

Vielseitige Bildung ist wichtig

Schule sollte umfassend bilden

  • Politik, Pädagogik, Ethik, Arbeit, Religion, Kunst

  • Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs-, Solidaritätsfähigkeit

Begabung

ist die individuelle Fähigkeit Wissen zu organisieren und zu benutzen, wobei diese Fähigkeit abhängig ist von Motivation, von sozialen Aspekten und auch Erfahrungen und Interaktion von Anlage und Umwelt.

Alage und Umwelt in Interaktion

Nicht nur Wissen sondern auch Begabung fördern

PISA hat nichts mit Begabung zu tun

Chancengleichheit

gerechte Verteilung von Zugangs- und Lebenschancen ohne Diskriminierung

Chancengerechtigkeit

hat Aufstiegschancen von Individuen entsprechend ihrer Begabung im Blick

Zugang Gymnasialer Bildung ist nicht chancengerecht

Bildungschancen

Chance Bildung zu erlangen

abhängig vom sozialen Milieu, Rasse, Religion oder Geschlecht

8. Alternativen und Perspektiven

Reaktionen nach PISA

Harmut von Henting:

Konsequenzen:

  • Verlängerung der Unterrichtszeit

  • weniger Stundenausfall

  • Inhalte statt Strukturen

  • fester Kanon

  • mehr Entscheidungsbefugnis für Direktoren

  • interaktives Equipment

  • Früheinschulung

  • Sprachförderung im Kindergarten

  • Ganztagsschule

  • Gesamtschule

  • Schule als Lern- und Lebensraum

  • Beheimatung der Kinder

  • neue Schulstrukturen

  • verständlichere Auswertung von PISA

  • Dezentralisierung anstatt Standartisierung

  • Ausbildung der Lehrkräfte

Konrad Adam:

  • Umsetzungsdefizit

  • Gesamtschule überflüssig, weil es schon zu viele andere Bildungsmöglichkeiten gibt

  • Gegener von Privatschulen

  • Finanzieller Einsatz soll gezielter werden

Verbesserung der Lernbedingungen an Schulen:

Lesekompetenz

Das beste Mittel zur Verbesserung der Lesekompetenz schien den Lehrern eine verstärkte Eigenaktivität der Schüler zu sein: mehr Lesen in der Freizeit und mehr selbständiges Erarbeiten von Inhalten

Mathematische Fähigkeiten

Im Gegensatz zu den Präferenzen zur Verbesserung der Lesekompetenz werden zur Verbesserung der mathematischen Fähigkeiten Initiativen von Seiten der Lehrer als am sinnvollsten eingeschätzt: schwache Schüler sollten mehr Zeit zum Üben bekommen und sowohl eine bessere Auswahl von Aufgaben als auch eine verstärkte Verzahnung der einzelnen Themenkomplexe wird als sinnvoll erachtet

Allgemeine Förderung und Motivation

Wie kann man Schüler am besten fördern und motivieren? Nach Ansicht der sächsischen Lehrer sind hierzu zwei Maßnahmen am besten geeignet: die stärkere Vermittlung von Grundkompetenzen und ein verbesserter Umgang mit den Massenmedien

  • stärkere Vermittlung von Grundkompetenzen

  • Vermittlung eines besseren Umgangs mit Klassenmedien

  • AGs

  • Förderunterricht

  • psychologische Betreuung

  • Ganztagsbetreuung


 

Jeder Schüler sollte ernst genommen werden, da er ein Recht darauf hat, als unverwechselbares Individuum wahrgenommen zu werden.

Basiskompetenzen für alle Schüler gesichert

der Unterricht soll erziehen und Verstehen lernen

Die Schüler sollten motiviert sein mit sich selbst in einen Wettkampf zu treten und ihre Bestleistungen immer wieder zu feiern.

In der Schule sollten die Kinder und Jugendlichen die Erfahrung machen, dass es auf sie ankommt und dass sie gebraucht werden.